Eine Welt-Kita: fair und global

Das Kinderhaus Camino ist eine „Eine Welt-Kita: fair und global“: CAMINO-Kinder für eine gerechte Welt

„Wir sind Kinder einer Welt“ so schallt es immer öfter lautstark aus dem Kinderhaus CAMINO in Bad Aibling. Und das zurecht. Denn das Kinderhaus CAMINO wurde als zweite Einrichtung in Bayern überhaupt als „Eine Welt-Kita: fair und global“ zertifiziert.

Am 2. Oktober nahm die Leitung Frau Sandra Reichard die Zertifizierung zur „Eine Welt-Kita: fair und global“ vom Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. entgegen. Zur feierlichen Verleihung erschienen Eltern und Kinder, lokale Politik, sowie Presse und Leitungen aus befreundeten Einrichtungen.

 

CAMINO-Projekte rund um unsere Welt

 

Schon im Eingangsbereich konnten sich Besucher vom Engagement des Kinderhauses überzeugen: Dort wurden die aktuellen und fortdauernden Projekte zu den Themen FairTrade, Globalisierung, Nachhaltigkeit und Inklusion anschaulich vorgestellt. So konnten die Kinder beim Kochen und Essen wie in Indien hautnah in eine andere Kultur hineinschnuppern, wie Schule in anderen Ländern aussieht, erklärt das Projekt „Schuleweltweit“ und am Weltkindertag in Kooperation mit dem Weltladen Bad Aibling erfuhren die Kinder alles über ihre Rechte, während die Kleinsten mit Naturfarben experimentieren.

 

Zeltschule e.V.

 

Ein besonderes Augenmerk verdient das Projekt Zeltschule e.V. Gründerin Jacqueline Flory besuchte das Kinderhaus bereits am Dienstagnachmittag und erklärte den Kindern, wie im libanesisch-syrischen Grenzgebiet Kinder in Zeltstädten unterrichten werden und warum gerade diese Generation, die nach dem Krieg ihr Land wieder aufbauen soll, größtenteils im Analphabetismus aufwächst, ohne Perspektive und als leichte Opfer für extremistische Gruppierungen. Die Ausbildung dieser will das Kinderhaus zukünftig unterstützen.

 

Feierliche Siegelübergabe

 

 Bei fairem Sekt und leckeren Brötchen, Obst und Gemüsesticks – natürlich aus regionalen Bioprodukten, lauschten die Gäste den Liedern der Kinder zum Thema „Eine Welt“. Nach der anschließenden Begrüßung durch die Leitung Frau Reichardt, überreichte Frau Rehm das Siegel „Eine Welt-Kita: fair und global“. Die Kinder düsten nach oben in den Krippenbereich und durften dort allerlei Spiele ausprobieren, während der Bürgermeister und Herr Zimmer von der Stiftung St. Zeno ihren Gesang sowie das Engagement des Kinderhauses lobten.

Besonders erfreuen sich die Kinder auch nach den Feierlichkeiten noch an den fairen Bällen der Stadt Bad Aibling, den Märchenboxen des Weltladens, dem Buch des Landratamts Rosenheim und den fairen und selbstgemachten Schmankerln der Realschule Bad Aibling. Dafür möchten wir uns besonders bedanken!

 

   

 

Eine Welt-Kita: fair und global

 

Das Projekt „Eine Welt-Kita: fair und global“ will „Eine Welt“-Themen bzw. globales Lernen als Bildungskonzept verankern und pädagogische Mitarbeiter bei dieser Aufgabe unterstützen. Dabei profitiert das Kinderhaus CAMINO durch regionalen Austausch und Fortbildungen rund um globales Lernen und interkulturelle Bildung und kann seinen Fokus auf FairTrade, Nachhaltigkeit und Inklusion weiter ausbauen.

 

 

Das Kinderhaus und die Globalisierung

 

So bereitet das Kinderhaus CAMINO seine Kinder auf die Herausforderungen der Globalisierung vor. Es bietet ihnen eine Orientierung, um sich in einer komplexen Welt zurecht zu finden, Einfluss zu nehmen und vor allem Zusammenwachsen in einer gerechten Welt aktiv mitzugestalten. Globales und interkulturelles Lernen sind dafür die Voraussetzungen.  Die Kinder werden von Anfang an mit „Weltthemen“ konfrontiert. Sie erhalten Einsichten in globale Zusammenhänge und die Auswirkungen des eigenen Verbrauchs auf natürlich Rohstoffe und die Verteilungsgerechtigkeit der Welt.

 

Andere Kulturen und Sprachen miterleben

 

Wie so etwas konkret aussieht? Spielerisch lernen Kinder Sprachen indem sie täglich mit den unterschiedlichsten konfrontiert werden. Im Kinderhaus begegnen sich unterschiedlichste Nationalitäten und Kulturen in einer offenen, toleranten und harmonischen Atmosphäre - 27 waren bisher an der Zahl, darunter Indonesisch, Somalisch oder Spanisch. Dass man täglich mit einer anderen Sprache begrüßt wird, geht schnell in Mark und Knochen über. Für interkulturelles Einfühlungsvermögen sorgen Besuche von Eltern, die aus anderen Ländern stammen, sowie verschiedene Bücher wie „Lili und das chinesische Frühlingsfest“, „Was macht ein Bär in Afrika“ oder Spiele wie „Kalaha“ aus Afrika/ Asien. 

 

Unsere Welt kennen und schützen

 

Projekte, wie rund um die Weltkugel, zum Weltkindertag oder das Sommerfest zum Thema „Eine Welt“ geben interkulturelle Einblicke. Absolute Highlights in dieser Hinsicht waren das arabische Puppenspiel mit dem der Weltladen die Kinder überraschte und der Praktikant aus Nigeria. Er half das Leben in seinem Heimatland hautnah mitzuerleben. Upcycling und Basteln aus Müll, Waldtage und andere Aktionen thematisieren Nachhaltigkeit, Umgang mit Ressourcen und Müll sowie Konsumverhalten und laden zum aktiven Mitgestalten ein. So freuen sich Eltern in jedem Jahr auf die außergewöhnlichen Laternen zum Beispiel aus Joghurtbechern oder Nikolaustüten aus Milchkartons.

 

Der Schritt zur „Einen Welt-Kita: fair und global“

 

FairTrade, Nachhaltigkeit und Inklusion sind seit jeher im Konzept des Kinderhaus CAMINO verankert. Die Kinder trinken fairen Tee und werden von einem biologisch, regionalen Cateringservice mit Essen versorgt. Die Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner Weltladen Bad Aibling tut sein Übriges. Klar, dass man sich für das erste faire Eis Bad Aiblings auch mit einem Ständchen bedankt. Zusammen mit dem Engagement zur Entwicklung der fairen Heimatstadt Bad Aibling und der aktiven Mitgliedschaft einer Mitarbeiterin in der FairTrade-Steuergruppe war der Schritt zur Bewerbung an der Zertifizierung zur „Eine Welt-Kita: fair und global“ nicht mehr weit. Träger, Stiftung, sowie MitarbeiterInnen, Elternbeirat und Eltern stehen voll hinter dem Projekt und der Umsetzung.

 

 

 

 

 Medienberichte zum Kinderhaus CAMINO als "Eine Welt-Kita: fair und global